Änderungen im Busverkehr der Linien SB 54, 'Berghüpfer' und SB 56
Im Linienbusverkehr zeichnen sich zum Sommer Änderungen ab. Im Rahmen seiner Weiterentwicklungs-Strategie für die Schnellbus-Linien hatte der Rhein-Sieg-Kreis als zuständiger Aufgabenträger für den ÖPNV bereits im vergangenen Jahr eine Ausweitung der Schnellbus-Linie 54 beschlossen. Derzeit verkehren die Busse tagsüber halbstündlich, in den Abendstunden sowie samstagmorgens und sonntags stündlich zwischen dem Overather Bahnhof und dem Mucher Rathaus.
Zum Fahrplanwechsel Anfang September soll diese Schnellbus-Linie 54 über Much hinaus bis Eitorf fortgeführt werden. Die geplante Route verläuft über Marienfeld, Bruchhausen, Hambuchen, Ruppichteroth, Schönenberg, Bornscheid und Rankenhohn nach Eitorf. Zwischen Overath und Much ist der Linienweg unverändert über Marialinden, Lorkenhöhe, Eckhausen und Bövingen vorgesehen.
In der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Planung und Verkehr in Much wurde nun ein Antrag der FDP behandelt, der eine Abweichung von dieser Route vorschlägt. Statt dessen solle die SB 54 auf der Hin- oder Rückfahrt zwischen Lorkenhöhe und Much über die Kreisstraße 46 verkehren, um Gerlinghausen und Gibbinghausen an die Linie anzubinden. Damit würde vermieden, daß der Bus zweimal die Engstelle der Hauptstraße in Much passieren müsse. Derzeit befährt der Bus die Hauptstraße bis zum „Schnuller-Kreisel“, um dort zu wenden.
Aus dem Gremium gab es Kritik an dem Vorschlag. So bestehe in Gerlinghausen und Gibbinghausen nach Erfahrung des Bürgerbus-Vereins ein nur geringes Fahrgast-Aufkommen. Zudem würden Eckhausen und Bövingen wie auch das Gewerbegebiet Bövingen nicht mehr bei jeder Fahrt angefahren. Bei der Verlängerung der SB 54 wäre diese Linienführung sogar unsinnig, weil dann die Hauptstraße nur noch in einer Fahrtrichtung bedient werden würde. Dennoch wurde mehrheitlich - gegen Stimmen der Bündnis 90 / Grünen - beschlossen, die Idee der FDP zur sachlichen Prüfung an die Kreisverwaltung weiterzuleiten.
Wenn ein weiteres Vorhaben des Kreises umgesetzt wird, hat dieser Vorschlag ohnehin keine Chancen auf eine Realisierung. Denn zugleich mit der Verlängerung der SB 54 wird die Änderung der Linienführung einer anderen Busverbindung angestrebt. So soll der „Berghüpfer“ (Linie 576) zwischen Bövingen und Much nicht mehr auf direktem Weg über die Landesstraße 312 fahren. Vielmehr soll dieser über Eckhausen, Gerlinghausen und Gibbinghausen geführt werden. Daß beide Linien zukünftig über die K 46 verkehren, ist unwahrscheinlich.
Geplant ist weiterhin, die Strecke des „Berghüpfers“ bei einer Verlängerung der Schnellbus-Linie 54 bereits in Much statt in Marienfeld enden zu lassen. Sonst würden zwei Linien zwischen Much und Marienfeld verkehren, was als Überangebot bezeichnet wird. Die Entfall dieses Streckenabschnitts für den „Berghüpfer“ würde ausreichend Zeit einsparen, die für die geplante Anbindung von Gerlinghausen und Gibbinghausen benötigt wird.
Mit der Verlängerung der Schnellbus-Linie 54 zwischen Much, Ruppichteroth und Eitorf wird eine bislang fehlende Querverbindung zwischen dem Norden und dem Osten des Rhein-Sieg-Kreises geschaffen. Auch das Homburger Bröltal wird - abgesehen vom Angebot des Bürgerbusses - damit neu vom Linienverkehr berücksichtigt. Grenzüberschreitende Schulbus-Fahrten zwischen Much und Ruppichteroth können durch die neue Streckenführung entfallen.
Für eine zeitliche Verlängerung der 2021 eingerichteten Linie SB 54 um weitere fünf Jahre bis 2031 erhält der Rhein-Sieg-Kreis Fördermittel von knapp 1,152 Millionen Euro. Für die räumliche Verlängerung bis Eitorf waren gut 1,831 Millionen Euro beantragt worden. Auch diese Fördermittel waren vom Zweckverband ‚go.Rheinland‘ schon im Juni 2025 bewilligt worden, woraufhin das Fahrplan-Konzept entwickelt wurde.
Eine weitere Ausweitung des Linienangebotes ist dagegen noch nicht sicher. Es gibt parallel konkrete Planungen, die Schnellbus-Linie 56, die bislang Siegburg, Seelscheid und Much verbindet, über Drabenderhöhe bis Wiehl-Bielstein zu verlängern. Anders als bei der SB 54 liegt dem Kreis für diese Erweiterung jedoch noch kein Förderbescheid seitens des Zweckverbands ‚go.Rheinland‘ vor. Gut 640.000 Euro waren für die neue Linienführung beantragt worden.
Zusätzlich ist ein entsprechender Beschluss des Oberbergischen Kreistags notwendig. Werden beide Voraussetzungen bis zur Sommerpause geschaffen, soll der Linienverkehr zwischen Much und Bielstein zum Fahrplanwechsel im Dezember diesen Jahres aufgenommen werden, so die Kreisverwaltung. Die Fördermittel für eine fünfjährige Fortführung der Bestandslinie Siegburg - Much bis 2031 wurden dagegen bereits zugesagt. (cs)